Spione für den Kulturgüterschutz 2.0
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Spione für den Kulturgutschutz? Ja, die gab es wirklich.
Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten Kunsthistoriker, Juristen und Ermittler im Auftrag des Militärs im Verborgenen. Nicht an der Front, sondern in Archiven, Verhören und Depots.
Die Art Looting Investigation Unit (ALIU) sollte herausfinden:
Wer hatte Kunst geraubt?
Über welche Wege verschwanden die Werke aus Museen und Privatsammlungen?
Und wer trug Verantwortung?
Sie führten Verhöre, verglichen Aussagen, rekonstruierten Netzwerke des NS-Kunstraubs.
Leise, präzise – und politisch hoch brisant.

Von dieser geheimdienstlichen Truppe handelt meine Publikation
"Spione für den Kulturgüterschutz", erschienen 2016. Diese Publikation beruht auf akademischen Forschungen aus dem Jahre 2015/2016.
Rund 10 Jahre später ist es jetzt Zeit für eine Neuauflage dieses Themas. Zum einen, weil die Forschungen inzwischen weitergediehen sind, weitere Quellen erschlossen wurden und sich neue Perspektiven ergeben haben.
Die Geschichte der Art Looting Investigation Unit ist nun auch mehr als 80 Jahre alt. Und doch ist das Thema Kulturgüterschutz, vor allem im Falle eines bewaffneten Konflikts, Raub- und Beutekunst und die Rückführung dieser geraubten Kunstwerke an ihre rechtmäßigen Eigentümer so aktuell wie nie zuvor.
Kriegerische Auseinandersetzungen in Syrien oder in der Ukraine zeigen, dass damals wie heute Kunstgüter im Kriegsfalle zerstört werden, sei es als Kollateralschäden oder zur bewusst eingesetzten Demoralisierung des Gegners. Dass Kunstwerke geraubt und erpresst werden. Und dass sie gerade auch in Kriegszeiten zur wertvollen Waren für das teure Kriegsgeschäft werden.
Was als Forschungsarbeit im universitären Umfeld begann, wird – auch im Bewusstsein der Verfasserin – mehr und mehr zu einem kulturpolitischen und gesellschaftlich relevanten Thema. Auch in diesem Bewusstsein entsteht die Neuauflage, die nun auch nicht mehr als reines Fachbuch erscheint, sondern als Publikation für eine breitere Leserschicht verfasst wird, da dieses Thema auch außerhalb des akademischen Kontexts interessiert. Aus diesem Grund wird es auch in Kürze eine englische Übersetzung dieser Publikation geben.
Ich werde an dieser Stelle über die Weiterentwicklung der Publikation berichten - folgt mir dazu gerne auch auf Instagram bzw. LinkedIn, um nichts mehr zu verpassen (oder abonniert den Steady-Newsletter)




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