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In 7 Schritten zur eigenen Biographie

Es beginnt oft unspektakulär. Mit einer Kiste alter Fotos. Einem Satz wie: „Das müsste man eigentlich mal aufschreiben.“ Oder mit dem Gefühl, dass etwas bleiben soll – jenseits von Alltag, Terminen und Rollen.


Viele Menschen tragen ihre Geschichte lange mit sich herum. Und schieben das Schreiben ebenso lange vor sich her. Nicht aus Desinteresse, sondern aus Respekt. Oder aus Zweifel: Bin ich wichtig genug? Kann ich das überhaupt? Wo fängt man an?


In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder: Die größte Hürde ist nicht das Schreiben. Es ist die Vorstellung davon. Eine Biographie muss kein literarisches Meisterwerk sein. Sie muss wahrhaftig sein. Und dafür braucht es vor allem eines: Struktur.


Schritt 1: Kläre dein Warum – nicht dein Ziel

Bevor du auch nur eine Zeile schreibst, halte inne. Warum willst du deine Biographie schreiben?

Für dich selbst? Für deine Familie? Als Teil eines Lebenswerks, einer Firmengeschichte, eines Übergangs? Dieses Warum ist kein Marketing-Ziel. Es ist dein innerer Kompass. Er hilft dir später zu entscheiden, was wichtig ist – und was nicht.


Schritt 2: Verabschiede dich vom Anspruch auf Vollständigkeit

Eine Biographie ist kein lückenloses Protokoll. Niemand erinnert sich an alles. Und das ist kein Fehler. Erinnerung arbeitet selektiv. Sie folgt Bedeutung, nicht Chronologie. Erlaube dir, Lücken zu lassen. Sie sagen oft mehr als Details.


Schritt 3: Entscheide, wer erzählt

Bist du die Erzählerin deiner Geschichte – oder ihre Hauptfigur? Das klingt banal, ist aber zentral. Manche Texte profitieren von Distanz: ein Blick auf das eigene Leben von außen. Andere leben von Nähe, vom unmittelbaren Erleben. Beides ist legitim. Wichtig ist nur, dass du dich bewusst entscheidest.


Schritt 4: Sammle Material – ohne zu schreiben

Viele scheitern, weil sie zu früh schreiben wollen. Beginne stattdessen mit Sammeln:

  • Stichworte

  • Lebensphasen

  • Orte

  • Menschen

  • Wendepunkte

Noch keine Sätze. Kein Stil. Kein Anspruch. Nur Material. Roh, ungeordnet, ehrlich. Erst wenn du die zentralen Infos beisammen hast, kannst du dich ans Schreiben setzen.


Schritt 5: Denk in Bedeutungen, nicht in Jahren

Chronologie ist hilfreich – aber nicht zwingend. Manchmal erzählen Themen mehr als Zeitachsen:

  • Verantwortung

  • Verlust

  • Mut

  • Brüche

  • Neuanfänge

Eine Biographie darf springen. Das Leben tut es auch.


Schritt 6: Finde deine Stimme – nicht deinen Stil

Du musst nicht „schön“ schreiben. Du musst so schreiben, dass es dir entspricht. Sprichst du klar? Leise? Direkt? Suchend? Dann darf dein Text das auch sein. Deine Stimme ist wichtiger als jede Technik.


Schritt 7: Erkenne, wann Unterstützung sinnvoll ist

Manche Geschichten lassen sich allein schreiben. Andere nicht. Nicht, weil du es nicht könntest. Sondern weil Nähe manchmal den Blick verstellt. Oder weil bestimmte Passagen schwer zugänglich sind. Eine professionelle Begleitung bedeutet nicht, Kontrolle abzugeben. Sie bedeutet, deiner Geschichte den Raum zu geben, den sie verdient.


Eine Biographie ist mehr als ein Text

Wer seine Lebensgeschichte schreibt, ordnet nicht nur Erinnerungen. Er trifft Entscheidungen darüber, was bleibt. Das braucht Zeit. Und manchmal jemanden, der die richtigen Fragen stellt.



👉 Wenn du spürst, dass deine Geschichte erzählt werden will, aber nicht weißt, wie du anfangen sollst, lade ich dich zu einem Erstgespräch ein.


Gemeinsam klären wir, welcher Weg für dich stimmig ist – und ob du ihn allein gehen willst oder in Begleitung.

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