Die Bedeutung des Verlags: Ein Blick hinter die Kulissen
- 24. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Die Ursprünge des Verlagswesens
Als Historikerin stolpere ich immer wieder über Wörter. Gar nicht mal so sehr über die Fremdwörter, sondern über die, die wir jeden Tag benutzen, ohne darüber nachzudenken, was sie eigentlich bedeuten. Neulich war es das Wort Verlag. Je länger ich mich mit der Gründung des Spurensuche Verlags beschäftige, desto mehr musste ich an seinen Ursprung denken. Denn ein Verlag hieß nicht zufällig Verlag.
Das Wort geht auf das sogenannte Verlagssystem der frühen Neuzeit zurück. Damals arbeiteten viele Handwerker oder Bauern von zu Hause aus, vor allem in den Wintermonaten, wenn auf dem Hof nicht mehr so viel zu tun war. Der Verleger stellte ihnen Rohstoffe zur Verfügung – oder legte das Geld dafür aus. Die fertigen Waren nahm er anschließend mit, verkaufte sie und trug das wirtschaftliche Risiko.
Der Verleger war also derjenige, der vorlegte. Nicht der Produzent musste zunächst Geld investieren. Der Verleger tat es. Die Buchbranche übernahm diesen Grundgedanken: Der Buchverlag produzierte das Werk eines Schriftstellers und beteiligte ihn oder sie dann am Erlös.
Die Veränderungen in der Buchproduktion
Natürlich hat sich die Welt seitdem verändert. Bücher entstehen heute anders als Tuchballen oder Leinenstoffe. Druckmaschinen, Lager, Logistik und Vertrieb kosten Geld. Besonders kleine Verlage können dieses Risiko oft kaum noch tragen. Deshalb haben sich in den vergangenen Jahren Modelle entwickelt, bei denen Autoren einen Teil der Kosten übernehmen. Das ist nachvollziehbar. Ein kleiner Nischenverlag kann nicht unbegrenzt in Projekte investieren, deren Verkaufszahlen oft überschaubar bleiben.
Persönliche Erfahrungen mit Verlagsmodellen
Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Für eines meiner Buchprojekte erhielt ich einmal eine Kalkulation über rund 4.000 Euro Eigenbeteiligung. Bei einem Autorenhonorar von wenigen Euro pro verkauftem Buch hätte ich weit über tausend Exemplare verkaufen müssen, nur um diese Investition wieder hereinzuholen. Für ein wissenschaftliches Sachbuch ist das kaum realistisch. Auch für die Veröffentlichung meiner Dissertation musste ich damals tief in die Tasche greifen. Mit den reinen Verkäufen konnte ich diese Kosten nicht wieder reinholen.
Ich verstehe die wirtschaftlichen Gründe dahinter. Ein Verlag hat hohe Kosten und nicht jedes Buch wird zum Bestseller. Aber ich habe gemerkt, dass ich es anders machen möchte. Zeitgemäßer. Und fair für alle Beteiligten.
Der Spurensuche Verlag: Ein neues Konzept
Der Spurensuche Verlag wird vollständig mit Print-on-Demand arbeiten. Es gibt keine großen Auflagen, die in irgendeinem Lager auf Käufer warten. Gedruckt wird erst, wenn ein Buch tatsächlich bestellt wird. Herstellung, Versand und Abrechnung übernimmt ein professioneller Dienstleister. Dadurch entstehen keine hohen Vorabkosten. Das verändert vor allem eines: Du musst als AutorIn dein Buchprojekt nicht erst finanzieren.
Ich verspreche dir nicht, dass du mit deinem Buch reich wirst. Wahrscheinlich werden wir beide das nicht. Der Spurensuche Verlag wird bewusst klein bleiben. Viele unserer Bücher werden vermutlich niedrige Auflagen haben. Vielleicht verkaufen manche hundert Exemplare, vielleicht einige mehr. Es ist kein Verlag für die Masse. Und das ist völlig in Ordnung. Denn die meisten Bücher entstehen nicht, weil jemand damit Millionär werden möchte.
Die Motivation hinter dem Verlagskonzept
Sie entstehen, weil eine Geschichte erzählt werden will.
Weil Forschung sichtbar werden soll.
Weil Erinnerungen bewahrt werden.
Weil Wissen nicht in einer Schublade verschwinden soll.
Genau dafür gründe ich diesen Verlag. Ich werde nicht jedes Manuskript veröffentlichen. Nur solche Projekte, hinter denen ich inhaltlich stehen kann und die zu dem passen, wofür der Spurensuche Verlag stehen soll.
Begleitung im gesamten Prozess
Wenn wir zusammenarbeiten, begleite ich dich durch den gesamten Prozess. Vom Manuskript über Lektorat, Buchsatz und Cover bis hin zur Veröffentlichung. Ich bin Sparringspartnerin, Ideengeberin, gelegentliche Antreiberin und manchmal auch einfach die Person, die sagt: "Schreib weiter. Das wird gut."
Marketing und Sichtbarkeit
Auch beim Marketing lasse ich dich nicht allein. Ich bringe Ideen mit, Erfahrung und viele Möglichkeiten, dein Buch sichtbar zu machen. Und wenn Bücher verkauft werden? Dann teilen wir den Erlös. Nach fairen, vorab vereinbarten Kriterien.
Vielleicht ist das die modernste Form eines sehr alten Gedankens. Denn ein Verlag kommt vom Vorlegen. Und genau dieses Versprechen möchte ich mit dem Spurensuche Verlag wieder ernst nehmen. Damit dein Buch in die Welt kommen kann.
Ausblick auf die Zukunft
Wann es losgeht? Bald :-) Ich kläre aktuell noch einige organisatorische Themen. Und im September werde ich erstmals an einer Buchmesse teilnehmen - vielleicht treffen wir uns da!
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